Alle ziehen an einem Strang“

ATSV-Handballerinnen starten gut

 

Herr Renken, Gratulation zum furiosen 35:25-Heimsieg gegen die SG Findorff. Woher kommt diese Selbstverständlichkeit, mit der Ihre Mannschaft als Aufsteiger aufgetreten ist?

Ingo Renken: Mit dieser Deutlichkeit war nicht zu rechnen, ich war davon ausgegangen, dass wir, wenn wir an die Leistung in Wilhelmshaven anschließen, eine Chance haben zu gewinnen. Das Auftreten der Mannschaft ist keine Selbstverständlichkeit, sondern die Einstellung jeder Einzelnen, immer das Bestmögliche aus sich herauszuholen. Dass dieses alles jetzt schon so gut klappt, liegt an der mannschaftlichen Geschlossenheit und der Einstellung, sich gegenseitig zu unterstützen. Das war auch die Basis für den Erfolg gegen Findorff. Die gute Abwehrleistung, gepaart mit schnellem Umschaltspiel und zielstrebigem Angriffsspiel, hat frühzeitig den Weg zum Sieg geebnet. Wobei gerade in der ersten Halbzeit die Abwehr nicht den nötigen Zugriff bekommen hat, wodurch zu viele Gegentore über den Kreis gefallen sind. Bemerkenswert ist, wie schnell die Integration der neuen Spielerinnen geklappt hat. Es herrscht ein sehr guter Zusammenhalt, alle ziehen an einem Strang. Hier ist Svenja Petersen als Ankerpunkt wichtig. Sie verleiht der Abwehr und dem Angriff eine besondere Stabilität.

Wie weit ist Ihre Mannschaft Ihrer Ansicht nach bereits? Im Spiel zeigten sich die Spielerinnen über weite Strecken sehr gut eingespielt – woran müssen Trainer und Team noch arbeiten?

Die Mannschaft ist auf einem guten Weg, wächst von Woche zu Woche weiter zusammen und erkennt, worauf es uns als Trainer-Team ankommt. Ziel ist es, die guten individuellen Fähigkeiten ins Kollektiv einzubinden und diese zu verbessern. Die Spielfähigkeit im Angriff ist dabei die größte Herausforderung, da die Leistungsdichte und Spielstärke der Oberliga Nordsee deutlich besser ist als in der Landesliga. In der Abwehr ist die Herausforderung, über 60 Minuten konstant zu agieren, miteinander zu kommunizieren, als Verbund den Angriff der Gegner aktiv zu stören und zu Fehlern zu zwingen.

Derzeit werden die Pläne des Verbandes diskutiert, ab der kommenden Spielzeit mit Harz spielen zu lassen, um eine Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden – was bei Vereinen auf Skepsis trifft, die in einer Halle in städtischem Besitz spielen, wo das nicht gestattet ist. Wie stehen Sie dazu, als Trainer einer Mannschaft mit vereinseigener Halle, in der schon immer mit dem Haftmittel gespielt wurde? Wie groß sehen Sie die Chancen, dass der Vorschlag des Verbandes Zustimmung von allen Seiten erhält?

Die Pläne sind sicherlich sinnvoll, dass Haftmittel in den Oberligen und Verbandsligen genutzt werden sollen. Allerdings glaube ich nicht, dass es eins zu eins umsetzbar ist, schließlich werden dadurch ziemliche Verschmutzungen des Hallenbodens und auch von Bänken, Kästen und den Toren verursacht. Die Reinigung muss kontinuierlich erfolgen, wodurch Kosten entstehen. Selbst, wenn die Vereine für die Reinigung zuständig sind, wären die Aufwände erheblich.

Die Fragen stellte Christian Markwort.

ZUR PERSON

Ingo Renken (51)

trainiert seit Saisonbeginn die Oberliga-Handballerinnen des ATSV Habenhausen und war zuvor fünf Jahre Trainer der Handballerinnen der HSG Delmenhorst.

 

Bericht aus dem Stadtteil-Kurier Links der Weser

Veröffentlicht am 22.09.2022. Geschrieben von Christian Markwort