Matthias Herkt und Nils Rosebrock wirken im vom SVGO mit 31:40 verlorenen Stadtderby gegen Habenhausen II mit

Nils Rosebrock (am Ball) mischte nach einer beruflich bedingten Auszeit beim Verbandsligisten SVGO wieder mit.

Nils Rosebrock (am Ball) mischte nach einer beruflich bedingten Auszeit beim Verbandsligisten SVGO wieder mit.

Foto: Olaf Kowalzik 

Alter schützt vor Comeback nicht – und eine längere Trainingspause schon gar nicht. Die Einsätze von Matthias Herkt und Nils Rosebrock waren die beiden Randgeschichten, die das unterhaltsame Stadtderby der Handball-Verbandsliga zwischen dem SV Grambke-Oslebshausen und dem ATSV Habenhausen II noch einen Tick bunter machten. Die Gelb-Blauen mussten sich bei ihrer Heimpremiere der Regionalligareserve mit 31:40 (14:17) geschlagen geben, verkauften sich dabei aber besser als bei ihrer 27:34-Auftaktniederlage bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen.

Matthias Herkt staunte nicht schlecht, als er zwei Tage vor dem Anpfiff gefragt wurde, ob er sich einen Einsatz in der Verbandsliga vorstellen könne. „Da Bengt Kohrt krank ist, haben wir eine Entlastung für Frederic Ovens gesucht. Da hat die Mannschaft unter anderem „Herkti“ vorgeschlagen“, erklärte SVGO-Trainer Torben Müseler. Der angerufene Kreisläufer kam dadurch zu seinem ersten Verbandsligaeinsatz seit neun Jahren – im Alter von 46 Jahren!

Für Fünf-Minuten-Einsätze reicht’s

Zuletzt war Herkt in der „Reserve“ in der Regionsliga aufgelaufen, wenn man das so nennen kann. „Ich spiele dort immer dann, wenn ich Zeit habe“, so der Routinier. Um es zu präzisieren: Zeit hatte er in der vergangenen Saison aus beruflichen Gründen nur zehnmal. Außerdem habe er sich beim Aufwärmen vor dem Derby gegen Habenhausen II auch noch ein Ziehen in der Wade zugezogen. Ja, und? Herkt traf zweimal vom Kreis und hatte „eine hundertprozentige Trefferquote“, wie Torben Müseler betonte. „Für Fünf-Minuten-Einsätze hat es gereicht. Dafür hatte ich mit der „Backe“ zu kämpfen. Und im Angriff haben mir meine Mitspieler immer gesagt, wo ich stehen soll“, verriet der Nahwurfzonenspezialist mit einem Augenzwinkern, der auch in der Deckung gut zupackte.

  Sein Team verkaufte sich gegen den starken und mit vielen jungen, top ausgebildeten Spielern angetretenen ATSV recht ansprechend. Bis zum 15:17 von Matthias Herkt verlief das Derby ausgeglichen, danach nutzten die Gäste mehrere Fehler des SVGO, um sich auf 22:15 abzusetzen (36.). Näher als auf 24:27 kamen die Gelb-Blauen nicht mehr heran (49.). „Unsere fehlende Konstanz war suboptimal, dadurch konnten wir unseren Gegner nicht dauerhaft unter Druck setzen. Wir haben vorne viele klare Dinger nicht gemacht und müssen besser an unserer Abwehr sowie deren Zusammenspiel mit dem Torwart arbeiten“, urteilte der SVGO-Trainer. Immerhin trugen sich alle seine Feldspieler in die Torschützenliste ein.

Fünf Minuten vor Schluss gab es beim Gastgeber mit der Hereinnahme von Nils Rosebrock das „Comeback“ Nummer zwei. Bis dahin hatte er 20 Wochen keinen Ball in der Hand gehabt, weil er sich nach der Saisonpause intensiv auf sein 14 Prüfungen umfassendes Examen zum Physiotherapeuten konzentriert hatte. „Ich bin aber regelmäßig ins Gym gegangen, um mich fitzuhalten“, sagte er. „Das mit dem Ball in der Hand hat sich irgendwie neu angefühlt, mein erster Wurf war dann auch nichts“, kommentierte er den missratenen Versuch, der im Abwehrblock hängenblieb. Dafür preschte er im zweiten Versuch durch die Habenhauser Deckung und traf zum 29:36. „Mit ihm werden wir im linken Rückraum variabler, und in der Abwehr muss jemand bei seiner Größe erst einmal über ihn werfen können“, freut sich Müseler über die Rückkehr.

Nach dem Abpfiff des Stadtderbys war Rosebrock erneut gefragt: Er half einem ehemaligen Mitspieler auf der Tribüne, mit zwei Handgriffen eine Blockade im Rücken zu lösen – und sorgte auch dort für ein zufriedenes Gesicht.

 

Quelle: 20.09.2026 Weser-Kurier, von Olaf Kowalzik