Der ATSV Habenhausen startet mit einem stark besetzten Rückraum in die neue Saison. Rückkehrer wie Louis Beyer und Mohamad Sibahi sollen für Tore sorgen, offizielle Ziele nennt der Verein bewusst nicht.

Neue, aber bekannte Gesichter beim ATSV Habenhausen: Trainer Thomas Krüger im taktischen Gespräch und Rückraumspieler Louis Beyer

Foto: Nils Conrad

Nach dem Abstieg aus der 3. Liga musste der ATSV Habenhausen eine neue Richtung einschlagen – und der Verein hat sich dabei passenderweise für den „Habenhauser Weg“ entschieden. So nennen sie bei Bremens einzigem Regionalligisten im Männerhandball die Mischung aus Leistungshandball und einer engen Verzahnung mit den erfolgreichen Jugendmannschaften. Sie haben auch einen prominenten Schirmherrn für diesen „Habenhauser Weg“ gewinnen können: Nationalspieler Miro Schluroff, der beim ATSV das Handballspielen lernte und der „wie kaum ein anderer für die Verbindung von Nachwuchs, Leistungshandball und Vereinsidentität steht“, so schwärmen die Handballer des ATSV auf ihrer Homepage.

Doch weil Miro natürlich weiterhin für den VfL Gummersbach in der Bundesliga aufläuft, müssen es im Habenhauser Handball-Alltag andere richten. Und nach Lage der Dinge dürften die in der neuen Saison viele Siege feiern: Denn der ATSV hat einen sehr spannenden Kader zusammengestellt, der in der Regionalliga oben mitspielen dürfte. Offiziell sagen wollen sie das nach einem enttäuschenden Jahr nicht, das zum Abstieg und zu großen personellen Umwälzungen führte. „Wir wollen beim ATSV keine lauten Töne spucken“, gibt der Vorsitzende Alexander Svoboda die Richtung vor. Es gehe vor allem darum, sich nach dem sportlichen Absturz zu konsolidieren. Svoboda sagt es so: „Wir wollen mit der unteren Tabellenregion nichts zu tun haben. Alles darüber wäre schön, ist aber kein Ziel. Das wäre vermessen.“

Auch Luc Schluroff ist zurück

Doch angesichts des neuen Kaders ist es zumindest nicht unwahrscheinlich, dass es in der Regionalliga eher nach oben geht als nach unten. Das liegt nicht nur am Comeback von Björn Wähmann – der langjährige Kapitän kehrt ein Jahr nach seinem Karriereende aufs Spielfeld zurück und verzichtet dafür auf eine Rolle im Trainerteam. Die Qualität des Kaders liegt auch an den weiteren Rückkehrern: So spielt der langjährige Top-Torschütze Luc Schluroff wieder für Habenhausen. Im Vorjahr hatten sich die Wege getrennt, die Umstände blieben unklar und lagen wohl an Unstimmigkeiten mit der damaligen sportlichen Leitung. Der Cousin des Nationalspielers Miro Schluroff spielt auf Linksaußen und ist ein sicherer Siebenmeterschütze. Zudem spielt ein dritter Schluroff eine Rolle: Miros jüngerer Bruder Fynn wirft seine Tore auch in dieser Saison aus dem Habenhauser Rückraum, er ist ein Eigengewächs des ATSV.

Ohnehin darf der Rückraum als das Prunkstück des Teams betrachtet werden: Denn mit Louis Beyer und Mohamad „Mo“ Sibahi kamen zwei weitere Leistungsträger zurück, die als torgefährlich und durchsetzungsstark gelten. Beyer übernahm schon in jungen Jahren viel Verantwortung in engen Spielsituationen, seine Ausbildung zum Fluglotsen zwang ihn dann aber zu einer Pause. Allein in der Drittliga-Saison 2024/25 erzielte er 160 Tore für Habenhausen. Obendrein wurde der linke Rückraum durch Maksymilian Chlabicz verstärkt.

Drei Mann fürs Tor

Geblieben sind aus dem Drittligateam unter anderem Paul Bonnet, Philipp Holst, Jonas Millahn und Nils Beckmann. Im Tor sieht es so aus: Der letztjährige Neuzugang Azeez Oyewusi hat seinen Vertrag verlängert, der ebenfalls sehr erfahrene Finn-Luca Schwagereit kehrte zum ATSV zurück. Dritter Mann im Tor ist der 21-jährige Fiete Hoffmann. Er kam vom SV Warnemünde und wurde zuvor beim HC Empor Rostock ausgebildet. Zudem kamen für den Kreis Mato Kozul und am Freitag kurzfristig auch Dante Louwers.

Als sichtbares Zeichen für den „Habenhauser Weg“ wurden zwei Talente fest in den Kader der ersten Mannschaft aufgenommen, die noch für die A-Jugend spielberechtigt sind: Linksaußen Radek Jurkowski und Rückraummitte Cem Bielefeldt. Beide sind Spieler des Jahrgangs 2008 und sollen erste Erfahrungen im Herrenleistungshandball sammeln.

Krüger ist der neue Cheftrainer

Bei den Männern treffen sie nun auf einen Cheftrainer, der seit Jahren für gute Arbeit mit Talenten im Habenhauser Leistungshandball steht: A-Lizenz-Inhaber Thomas „Thommes“ Krüger, der in der Jugend des ATSV viele Spieler entwickelte. Svoboda erklärt: „Er steht genau für die Verbindung zwischen Nachwuchs- und Herrenleistungshandball, die wir mit unserem neuen Konzept stärken wollen.“ Auch deshalb nenne man kein Ziel wie etwa den Wiederaufstieg, „weil es auf unserem Weg wichtiger ist, die ersten beiden Herrenmannschaften und die Jugend gut zu vernetzen“. Dem neuen Cheftrainer steht Sascha Kunze als Assistent zur Seite, auch er ist seit vielen Jahren prägend beim ATSV.

Mit Blick auf die neue Saison sagt der Vereinsvorsitzende: „Der Abstieg bedeutet für uns keinen Abschied vom Leistungshandball. Im Gegenteil – er ist für uns der Anlass, unseren Weg konsequent weiterzuentwickeln. Junge Spieler aus unseren Reihen sowie aus Bremen und dem Bremer Umland sollen bei uns eine echte Perspektive bekommen.“ Im ersten Saisonspiel trifft der ATSV an diesem Samstag (20 Uhr) auf den TvdH Oldenburg.

Quelle: 05.09.2026 Weser-Kurier