4. Herren des ATSV Habenhausen – Vom Umbruch zum Aufstiegstraum
Die Voraussetzungen für die Saison hätten kaum schwieriger sein können: Nach dem Abstieg aus der
Regionsoberliga Süd stand die 4. Herrn des ATSV Habenhausen vor einem echten Neuanfang. Ohne
Trainer, mit weiteren Abgängen und einem Kader von gerade einmal 13 aktiven Spielern, darunter
gleich drei Torhüter, schienen die Perspektiven zunächst alles andere als rosig.
Doch wie so oft im Sport zeigte sich: In schwierigen Zeiten entstehen neue Chancen. Abteilungsleiter
Oliver Behn gelang es, mit Ralph Ludwig Reeschke einen erfahrenen Trainer für die Saison 2025/26 zu
gewinnen. Ihm wurde von Vereinsseite das volle Vertrauen ausgesprochen – und Reeschke
übernahm direkt Verantwortung in Doppelfunktion als Spielertrainer.
Von Beginn an war ihm jedoch klar, dass diese Aufgabe nur im Team zu bewältigen ist. Mit Co-Trainer
Marco Schier und Teammanager Christian Puvogel holte er sich zwei erfahrene Unterstützer an seine
Seite. Gemeinsam formten sie ein neues Fundament für die Mannschaft.
Die Vorbereitung war intensiv und vielseitig: Dreimal pro Woche wurde trainiert. In der Halle, im
Sand, beim Krafttraining oder in Testspielen. Auch alternative Einheiten wie Fußball oder ein Ausflug
zum Padel sorgten für Abwechslung. Wie es ein ehemaliger Spieler der Vierten treffend formulierte:
„So strukturiert waren wir noch nie.“
Und die harte Arbeit zeigte Wirkung, wenn auch nicht sofort. Verletzungspech und Urlaube bremsten
den Saisonstart. Die größte Baustelle blieb jedoch lange der Kader. Doch auch hier bewies Reeschke
ein gutes Händchen: Im Laufe der Saison wuchs die Mannschaft von 13 auf beeindruckende 25
Spieler an. Dabei wurde eines nie aus den Augen verloren: der Spaß am Handball und das
Miteinander.
Denn die 4. Herrn steht für mehr als nur sportlichen Erfolg. Arbeitsdienste, Mannschaftsfeiern,
Besuche im Bayernzelt – hier entstehen Freundschaften, die weit über das Spielfeld hinausgehen.
Sportlich begann die Saison mit einem knappen, aber verdienten 29:26 Heimsieg gegen den
Aufsteiger TSV Kirchlinteln. Im zweiten Spiel folgte jedoch direkt ein Dämpfer: Eine 36:33
Auswärtsniederlage gegen die HSG Mittelweser/Eystrup II zeigte, dass noch Arbeit vor der
Mannschaft lag.
Doch genau diese Niederlage schweißte das Team zusammen. Es folgte eine starke Serie mit einem
10:2-Lauf, der die Vierte zurück in die Erfolgsspur und an die Tabellenspitze brachte. Auch in der
Rückrunde blieb die Mannschaft stabil und musste nur drei weitere Niederlagen hinnehmen – gegen
Kirchlinteln, überraschend gegen die SG Buntentor/Neustadt II sowie gegen den späteren Meister
TSV Ganderkesee.
Nach der Niederlage gegen Ganderkesee schien der Aufstieg zunächst in weite Ferne zu rücken. Der
TS Hoykenkamp III hatte punktgleich aufgeschlossen, zwei Spieltage vor Schluss war wieder alles
offen.
Doch dann bewies das Team erneut seinen besonderen Charakter. Mit einem Motivationsvideo
ehemaliger „Legenden der 4. Herrn“ brachte Reeschke seine Mannschaft auf Betriebstemperatur. In
der heimischen Hinni-Schwenker-Halle ließ die Vierte nichts anbrennen und besiegte Hoykenkamp III
eindrucksvoll mit 33:26.
Im letzten Spiel der Saison wurde schließlich, auch dank der Unterstützung einiger Sponsoren, eine
gemeinsame Busfahrt organisiert. Der Aufstieg aus der Regionsliga Süd wurde gebührend gefeiert
und krönte eine Saison, die wohl niemand so erwartet hätte.
Mit Blick auf die kommende Spielzeit zeigt sich Reeschke optimistisch. Besonders erfreulich: Fast alle
Spieler bleiben an Bord. Die Basis ist gelegt – sportlich wie menschlich.
Die 4. Herrn lebt. Und wie.
Geschrieben von Ralph Ludwig Reeschke
Foto: HFX Media


