Es war ein ernüchternder Saisonauftakt in der 3. Liga für die Habenhauser Handballer: Gegen Aufsteiger Fredenbeck holte der ATSV nur ein Remis, obwohl in der Schlussphase ein Sieg zum Greifen nah schien…

„Ich hatte mir definitiv mehr erhofft“, so lautete das Fazit von Habenhausens Trainer Matthias Ruckh nach dem ernüchternden Auftaktspiel der neuen Saison in der 3. Handball-Liga Nord-West. „Unsere Erwartungshaltung war eigentlich ganz klar, dass wir auswärts die ersten beiden Punkte holen wollen“, so der 43-Jährige. Stattdessen begann die neue Spielzeit für den ATSV Habenhausen mit einem hart umkämpften Remis. Im Auswärtsspiel beim Aufsteiger VfL Fredenbeck musste sich Ruckhs Mannschaft nach 60 intensiven Minuten mit einem 22:22 (10:12) zufriedengeben. Lange Zeit sah es – vor allem in der zweiten Halbzeit – noch danach aus, als könnten die Bremer mit zwei Punkten im Gepäck die Heimreise antreten. Doch in der Schlussphase fehlte die letzte Konsequenz.

Dass es eine enge Partie werden würde, davon sei Matthias Ruckh bereits vor Anwurf ausgegangen: „Es ist der erste Spieltag, beide Teams kommen aus einer langen Vorbereitung und wissen noch nicht, woran sie jeweils sind und dass ein Aufsteiger gegen uns alles in die Waagschale werfen wird, war auch klar.“ Die Fredenbecker waren für den ATSV zudem keine Unbekannten. „Wir kennen die Mannschaft schon länger aus früheren Vergleichen.“ Und so erwartete die rund 1000 Zuschauer in der Geestlandhalle kein Spiel, dass direkt zu Beginn in eine klare Richtung verlief, auch wenn die ersten Minuten dem ATSV gehörten.

14 Fehlwürfe zur Pause sind deutlich zu viel.
ATSV-Trainer Matthias Ruckh

Rechtsaußen Nick Horstmann traf nämlich gleich doppelt und stellte früh auf 2:1 (3.) für die Gäste. Doch die Hausherren ließen sich nicht abschütteln und nutzten in der Folge einige Unkonzentriertheiten und liegengelassene Torchancen im Angriff der Bremer. Über 7:7 (20.) und 11:9 (29.) erarbeitete sich der VfL Fredenbeck eine knappe Pausenführung von 12:10. „Wir waren in der Defensive noch nicht so kompakt, wie wir es eigentlich gewohnt sind. Dadurch konnte Fredenbeck zu einfachen Toren kommen. Vorne lassen wir zu viel liegen. 14 Fehlwürfe zur Pause sind deutlich zu viel“, resümierte Ruckh.

Aus der Halbzeitpause kamen die Habenhauser dann jedoch wie ausgewechselt: Mit einer aggressiveren Abwehr und konsequenteren Abschlüssen gelang es, die Partie zu drehen. „Da haben wir das Spiel so gestaltet, wie wir es haben wollten, über eine stabile Defensive“, berichtete Ruckh. Nachdem Fynn Schluroff in der 37. Minute zum 14:14 ausglich, erzielte Lukas Feller wenig später die erste Führung seit Mitte der ersten Halbzeit (15:14, 38.). Die stärkste Bremer Phase folgte zur Hälfte des zweiten Durchgangs: Horstmann, der am Ende mit sieben Treffern bei sieben Versuchen erfolgreichster Schütze der Partie war, brachte sein Team mehrfach in Front. Unterstützt wurde er von Luc Schluroff (4/1), Fynn Schluroff (3) und Niklas Mühlenbruch (3). Als Marek Skwarczyński in der 51. Minute zum 21:18 einnetzte und kurz darauf Linksaußen Luc Schluroff vom Siebenmeterpunkt sogar auf 22:19 (54.) erhöhte, schien der Sieg zum Greifen nah. Jedoch sollte es in der Schlussphase doch noch mal hektisch werden.
 

Zwei Zeitstrafen binnen weniger Minuten brachten die Gäste in Unterzahl, dazu kamen technische Fehler und Unkonzentriertheiten im Angriff gegen eine nun offensivere VfL-Abwehr. Fredenbeck nutzte diese Schwäche, auch mittels des siebten Feldspielers, und verkürzte durch Daniel Polak und Pelle Fick bis auf einen Punkt (57.). Als Kreisläufer Michel Brassait in der 58. Minute den 22:22-Ausgleich erzielte, bebte die Geestlandhalle. Der ATSV versuchte in einer letzten Auszeit noch, einen finalen Siegtreffer zu setzen – doch der Angriff verpuffte und so blieb es beim Unentschieden. „Wenn man fünf Minuten vor Schluss mit drei Toren führt, muss man das eigentlich cleverer zu Ende spielen. Dennoch: Für ein erstes Saisonspiel war das eine Leistung, auf der wir durchaus aufbauen können und wir haben gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt gepunktet“, sagte ATSV-Trainer Ruckh.

Wir wollen es Bielefeld und unserem Ex-Torhüter Mustafa Wendland so schwer wie möglich machen.
Matthias Ruckh

Trotzdem bedauerte er es, dass sich seine Mannschaft nicht belohnen konnte, gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass „diese Liga einfach super eng ist.“ Die Ergebnisse der anderen Partien des ersten Spieltages bestätigten Ruckhs Eindruck. „Viele Partien waren hart umkämpft. Mit mehr Abgeklärtheit in den entscheidenden Momenten werden wir die nächsten Spiele erfolgreicher gestalten“, zeigte sich der ATSV-Trainer zuversichtlich.

Nun hofft der ATSV Habenhausen beim Heimauftakt gegen die TSG A-H Bielefeld am kommenden Sonnabend, den 30. August, die ersten beiden Zähler einzufahren. „Bielefeld gehört zum erweiterten Favoritenkreis auf den Titel. Wir wollen es ihnen und unserem Ex-Torhüter Mustafa Wendland so schwer wie möglich machen“, gab Ruckh das Ziel für die anstehende Partie aus. Anwurf in der Habenhauser Hinni-Schwenker-Halle ist um 19.30 Uhr.

ATSV Habenhausen: Berdar, Johannisson; Wennink, Bonnet (1), Grieme (1), Holst, Skwarczyński (1), L. Schluroff (4/1), F. Schluroff (3), Millahn, Feller (2), Pogorzalski, Horstmann (7), Hoff, Mühlenbruch (3)

Geschrieben von Judith Kögler und am 25.08.2025 im Weser Kurier veröffentlicht

Foto: Nils Conrad